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postheadericon Klinischer Hintergrund

Akutes Leberversagen

LIVERBeim ALV existieren bisher keine molekularen Marker, die Notwendigkeit und Zeitpunkt einer Lebertransplantation vorhersagen lassen. Damit könnten zum einen retrospektiv unnötig durchgeführte Transplantationen verhindert werden, was zu erheblichen Kosteneinsparungen führen würde. Andererseits könnten Patienten, bei denen sich bereits früh im klinischen Verlauf eine Transplantationsnotwendigkeit vorhersagen ließe, vorzeitig in ein Spezialzentrum verlegt werden bevor der optimale Operationszeitpunkt verpasst ist. Weiterhin gibt es bisher keinen medikamentösen Ansatz, der zuverlässig die Entwicklung eines ALV unterbinden könnte.

 

Chronische Hepatitis B

Standardtherapie der chronischen Hepatitis B sind Nukleosid- oder Nukleotidanaloga sowie Interferon-α (IFN-α), die jedoch nur bei sehr wenigen Patienten zu einem Verlust des Virus führen bzw. durch die Entwicklung von Resistenzen kompliziert wird. Es ist bisher nicht bekannt, welche Wirtsfaktoren den klinischen Verlauf bestimmen.

 

Chronische Hepatitis C

Auf die sehr nebenwirkungsreiche Therapie mit IFN-α und Ribavirin sprechen weniger als die Hälfte der HCV Patienten an, so dass eine zuverlässige Vorhersage des Ansprechens bzw. Nichtansprechens vielen Patienten diese Behandlung ersparen würde und gleichzeitig zu deutlichen Kosteneinsparungen führen würde. Im Gegensatz zu HBV ist für HCV gut etabliert, dass für die Replikation des Virus Wirtsfaktoren wie z.B. ISG15 eine wichtige Rolle spielen. Unklar ist, ob neben ISG15 weitere Faktoren von Bedeutung sind.

 

Fettlebererkrankung

Abdomen

Eine Fettlebererkrankung kann bisher nur zuverlässig über eine Leberhistologiegewinnung diagnostiziert werden. Ein nicht-invasiver Marker, der eine Leberpunktion überflüssig machen würde, könnte hier einen entscheidenden Fortschritt darstellen. Auch ist nicht klar, welche dieser Patienten eine progressive Lebererkrankung entwickeln werden, so dass entsprechende prognostische Marker ein besseres klinisches Management von Risikopatienten ermöglichen würden.

 

Leberzirrhose

Auch für die Leberzirrhose existieren bisher keine verlässlichen nicht-invasiven Marker. Auch hier ist insbesondere bei Frühformen, bei denen noch durch entsprechende therapeutische Maßnahmen ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden kann, eine Leberpunktion unabdingbar.

 

Hepatozelluläres Karzinom

Das HCC ist ein biologisch und prognostisch sehr heterogenes Malignom. Hier fehlen zum einen Marker, die eine frühere Diagnose ermöglichen, welche für die Prognose dieser Erkrankung essentiell ist, denn nur in diesem Krankheitsstadium ist eine Heilung möglich. Zum anderen fehlen prognostische Marker, die den Erfolg der verfügbaren chirurgischen, interventionellen und medikamentösen Therapieansätze vorhersagen lassen. Weiterhin sind die medikamentösen Ansätze bisher trotz gewisser Fortschritte noch unbefriedigend, so dass dringend neue Zielstrukturen identifiziert werden müssen.

 

Cholangiozelluläres Karzinom

Das CCC hat ebenfalls eine sehr schlechte Prognose. In einem frühen Stadium kann chirurgisch eine Heilung erzielt werden. Die zur Verfügung stehenden palliativen Ansätze sind unbefriedigend. Auch hier fehlen Marker, die eine frühe Diagnose sowie den klinischen Verlauf vorhersagen lassen. Wie beim HCC sind auch hier die zur Verfügung stehenden medikamentösen Therapien wenig effizient.