Get Adobe Flash player

postheadericon Workflow

WorkflowDie Sammlung von Patientenproben und der zugehörigen klinischen Daten sowie das notwendige klinische Follow-Up erfolgt am Universitätsklinikum Essen in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, am Westdeutschen Tumorzentrum und der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. Zusätzliche Proben kommen aus dem Institut für Pathologie und der Serum und DNA-Bank des HepNet (AP 1). Die pathologische Analyse sowie Mikrodissektion von Gewebematerial für Proteom- und DNA-Analysen (Tumor SNPs) wird am Institut für Pathologie durchgeführt (AP 2). Das Material wird dann soweit technisch machbar und inhaltlich sinnvoll parallel bzgl. Expression von Proteinen (AP 3), Aktivierung von Proteinen (AP 4), RNA und miRNA Expression (AP 5), DNA-SNPs (AP 6), epigenetischen Veränderungen (AP 7) sowie zirkulierender Tumorzellen (bei HCC, CCC; AP8) untersucht. Die primäre Datenauswertung erfolgt innerhalb der einzelnen APs. Die Daten werden dann zentral am MPC zusammengeführt und analysiert (AP 9). Nach entsprechender Validierung werden diagnostische Tests für Biomarker entwickelt (AP 10).

Zur Verwertung von neuen Drug Targets werden die bereits existierenden strategischen Partnerschaften mit Pharmaunternehmen genutzt und diese weiteren Firmen angeboten.

Hierzu ist bereits die Gründung der PROFILE biotech durch zwei der Projektpartner (Prof. Meyer, Prof. Schlaak) erfolgt, die die kommerzielle Verwertung der Schutzrechte sowie technische Weiterentwicklung der Erfindungen (Drug-Screening, Drug-Design, etc.) mit industriellen und akademischen Partnern übernimmt. PROFILE biotech führt bereits bestehende Patente der Firmengründer einer wirtschaftlichen Verwertung zu. Hierzu bedient sie sich eines bestehenden Netzwerks von direkten Industriekontakten aber auch Verbindungen zu privaten Investoren und Staatsfonds. In enger Zusammenarbeit mit der CIRES GmbH wird sie die Entwicklung von ELISA- und Antikörperbasierten Diagnostika bis zur Marktreife vorantreiben.

Ein wesentliches Defizit bzgl. der Verwertung von Schutzrechten insbesondere für neue Drugtargets stellt die oft mangelnde Risikobereitschaft großer Pharmafirmen bei der Entwicklung neuer Therapeutika dar. Die Patentverwertungsgesellschaften, die sich in Deutschland um die Verwertung von Schutzrechten bemühen, die im universitären Bereich generiert worden sind, können dem nicht entgegenwirken, da sie lediglich die Rechte verkaufen und das Risiko für die Pharmafirmen nicht minimieren können. Um die Verwertungswahrscheinlichkeit zu erhöhen, wird die PROFILE biotech daher in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen (angedacht wäre hier beispielsweise das Lead Discovery Center in Dortmund) Compound Screenings durchführen, um therapeutisch geeignete Moleküle oder Substanzklassen zu identifizieren. Dies wird den Wert der Schutzrechte erheblich steigern.

Ferner wird sie ihre strategischen Partnerschaften zu Herstellern von Medikamenten, die auf dem Prinzip der RNA-Interferenz basieren (Roche Kulmbach, Pfizer RNAi, Santaris, Alnylam), nutzen, um spezifische Therapeutika gegen die vom Konsortium identifizierten Targets zu entwickeln. So werden von Prof. Schlaak bereits in Zusammenarbeit mit der Roche Kulmbach AG spezifische siRNAs gegen ISG15 im Tierversuch getestet, um diese dann später zur Behandlung der HCV-Infektion einzusetzen (Patent Schlaak: DE 10 2008 029 669.4). Der besondere Vorteil dieses Ansatzes liegt u.a. darin, dass hepatische Drug Targets besonders für diese Technologie geeignet sind, da sich therapeutische RNAs und DNAs auch bei systemischer Gabe präferentiell in der Leber anreichern.